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Wiedervernässung in der Lohmarer Teichlandschaft

BUND renaturiert mit Ehrenamtlichen Moorlebensräume...Mitmachen willkommen...

Einsatz am 5. November in der Lohmarer Teichlandschaft

Einsatz am 5. November in der Lohmarer Teichlandschaft

© Bündnis Heideterrasse

  • Nasse Moore sind effektive Kohlenstoffspeicher und bieten Lebensräume für seltene Arten

  • Moore halten Wasser in Dürrezeiten vor und reduzieren Hochwassergefahren

  • Mit der Hilfe von Ehrenamtlichen hat der BUND in Lohmar schon 150 Grabenverschlüsse umgesetzt

Gemeinsam mit Ehrenamtlichen hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V. (BUND NRW) begonnen, Moorlebensräume in der Lohmarer Teichlandschaft wiederzuvernässen. Wie in vielen Bereichen des Naturraums Bergische Heideterrasse waren auch hier im 19. Jahrhundert unzählige Entwässerungsgräben v.a. aus forstwirtschaftlichen Gründen angelegt worden. Diese ziehen bis heute das Wasser aus der Landschaft. Um dieses Wasser wieder in der Landschaft zu halten, werden diese Gräben nun mit Holzsperren versehen.

Wir machen Moore wieder nass. Denn das ist nicht nur die effektivste Maßnahme des natürlichen Klimaschutzes und des Hochwasserschutzes, es ist auch die bestmögliche Form der Anpassung an den Klimawandel. Und gleichzeitig stellen wir hochgradig gefährdete Lebensräume wieder her, retten damit seltene Arten und steigern den Erholungswert. Mehr win-win geht wohl kaum“, sagte Holger Sticht, Vorsitzender des BUND NRW.

So wie hier im Schwarzsiefenmoor der Lohmarer Teichlandschaft können viele ehemalige Heidemoore zukünftig wieder aussehen

So wie hier im Schwarzsiefenmoor der Lohmarer Teichlandschaft können viele ehemalige Heidemoore zukünftig wieder aussehen

© Bündnis Heideterrasse
Bretter aus Holz werden in einen Rahmen gespannt. Dann werden die unten angespitzten Bretter mit einem großen Hammer nach und nach in den Untergrund des Grabens gerammt, sodass eine Sperre im Graben entsteht, die das Wasser wieder anstaut. Nachträglich wird die Holzsperre mit Ästen und Moosen aus der unmittelbaren Umgebung verkleidet.

Die Wiedervernässung ist eine der zentralen gesellschaftlichen Aufgaben unserer Zeit. Wir freuen uns, dies hier nicht nur mit Bürgerinnen und Bürgern der Region, sondern auch mit dem Heimatverein Lohmar und mit Unterstützung des Landesbetrieb Wald und Holz umsetzen zu können“, sagte Projektkoordinatorin Alina Schulz.

Seit Projektbeginn im Jahr 2023 haben sich bereits über 500 Menschen an den Wiedervernässungsmaßnahmen beteiligt. Dabei wurden bspw. in Kölner und Bergisch Gladbacher Schutzgebieten etwa 300 Sperren eingebaut und etwa 120 ha wiedervernässt.

Projektkoordinator Dr. Martin Grund: „Hier in Lohmar haben wir seit letztem Herbst bereits um die 150 Sperren gebaut. Das Ziel ist, hier am Ende etwa 129 ha wieder zu vernässen.“

Das Projekt „Renaturierung von Moorlebensräumen auf der Bergischen Heideterrasse“ wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das BfN mit Mitteln des BMU finanziert. Co- Finanziers sind das Umweltministerium NRW und der BUND. Die Laufzeit reicht bis 2029. Bis dahin sollen mindestens 500 ha im Naturraum Bergische Heideterrasse renaturiert werden. Die Umsetzung erfolgt dabei schwerpunktmäßig mit Ehrenamtlichen. Jede und Jeder ist herzlich willkommen, mitzumachen. Mehr Infos hierzu unter www.moore-nrw.de


Der berühmte Gagelstrauch ist einer der vielen Profiteure der Wiedervernässung

Der berühmte Gagelstrauch ist einer der vielen Profiteure der Wiedervernässung

© Bündnis Heideterrasse
Hintergrund: Bergische Heideterrasse – verborgene Moorwälder werden wiedervernässt

Der Naturraum Bergische Heideterrasse ist ein schmales Landschaftsband zwischen der Ruhr im Norden und der Sieg im Süden, das zur Großlandschaft Niederrheinische Bucht gezählt wird. Moortypische Flächen waren hier in der Vergangenheit weit verbreitet. Diese bieten einer spezialisierten und heute besonders gefährdeten Flora und Fauna Lebensraum. Heute existieren noch zahlreiche, aber bedrohte und mehr oder minder geschädigte Standorte von ehemals ausgedehnten Moorlebensräumen. Versiegelungen, land- und forstwirtschaftliche Nutzungen und dadurch bedingte Entwässerungen haben zu starken Schädigungen dieser moortypischen Standorte geführt. Viele der Flächen sind außerdem aufgrund der Lage am Ballungsraum Rhein-Ruhr durch Verkehrswege isoliert.

Hintergrund: Nasse Moore können Auswirkungen vom Klimawandel abschwächen

Moore können global gesehen doppelt so viel Kohlenstoff speichern im Vergleich zu allen Wäldern weltweit. Dabei sind nur 3 % der Landesoberfläche Moore - so sind nasse Moore effektivste Klimaschützer. Ursprünglich gab es in Deutschland Moore in der Flächengröße des Bundeslandes Sachsen. Durch Entwässerung und Abbau des Moorbodens (Torf) ist die Fläche auf die Größe des Bundeslandes Bremen geschrumpft. Nasse Moore sind wie Schwämme, die auch bei starken Regen Wasser aufnehmen und bei Dürre langsam wieder abgeben. Auch in der Lohmarer Teichlandschaft sollen diese Effekte in Zukunft spürbar sein. Auch können sich selten gewordene Pflanzen und Tierarten ansiedeln oder wieder ausbreiten.


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