Absterben der Fichtenforste führte zur Wiederbelebung der Artenvielfalt...Haarginster wieder aufgetaucht...
Die Sommerdürren zwischen 2018 und 2020 führten in weiten Teilen des Landes zum Absterben der Fichtenforste. Die nicht standortheimische Fichte war einst aus vermeintlich ökonomischen Gründen auch im Königsforst flächig angebaut und heimische Ökosysteme wie Heiden, Moore und Wälder dabei zerstört worden.Mit dem Absterben der Fichtenforste ging auch hier eine erstaunliche, selbstständige Wiederbelebung einher. Verschollene Arten sind seitdem wieder aufgetaucht oder konnten sich wieder ansiedeln. Populäre Beispiele aus der Vogelwelt waren Heidelerche und Baumpieper (wir berichteten).
Ähnliches gilt auch für zahlreiche gefährdete Pflanzenarten. Jüngstes Beispiel ist der in NRW gefährdete Haarginster (Genista pilosa), eine Charakterart des EU-weit streng geschützten Lebensraumtyps "Trockene europäische Heiden". Er zeigt den historischen Standort von Zwergstrauchheiden an und konnte im Bereich dieser wieder keimen und aufwachsen.
Diese Art bleibt deutlich kleiner als der noch häufige Besenginster (Cytisus scoparius), hat die selbe Blütenfarbe und fällt daher mit der im Mai aufkommenden Besenginsterblüte kaum noch auf. Allerdings blüht er im Schnitt 2 Wochen früher, sodass Ende April das geeignete Zeitfenster zur Feststellung ist.
Aus naturschutzfachlicher und -rechtlicher Sicht wichtig ist nun, diese wieder entwickelten Heideflächen zu schützen und vor Aufforstungen zu bewahren.


