Wo einst der Wacholder schreckte tummeln sich heute die Ornithologen...
Wer einmal in Gegenden wie der Lüneburger Heide, in welchen der Wacholder noch üppig gedeiht, in der Dämmerung oder im Morgennebel unterwegs gewesen ist, wird erahnen können, wie diese Flur zu ihrem Namen gekommen sein muss. Die mehrere Meter hohen "Gestalten" mit ihren individuell verzweigten Trieben wirken bei schwachem Licht wie Waldschrate oder andere schaurige Wesen. Wie umschrieb dies noch einer der wichtigsten Wahner-Heide-Schützer, Dr. Hubert Iven seinerzeit so treffend: "...die wie Trupps stumm marschierender Krieger den nächtlichen Wanderer schrecken." Hier erschreckt sich jetzt niemand mehr, denn der Wacholder ist im Geisterbusch seit langem ausgerottet. Und dennoch ist dieses Gebiet auch heute noch von großer ökologischer Bedeutung. Insbesondere einer Fülle seltener Vogelarten des Offenlandes dient das Heideareal als Refugium. Heidelerche Lullula arborea, Neuntöter Lanius collurio, Schwarzkehlchen Saxicola torquata, Wendehals Jynx torquilla, teilweise hochgradig gefährdete Arten können hier vom Wegesrand aus beobachtet werden.Der Elektrozaun dient in erster Linie dazu, die Ziegen-, Esel- und die Rinderherde, die hier für die Entwicklung von Heidebiotopen grasen und verbeißen, vor uneinsichtigen Hundehaltern zu schützen. Aber die Vögel, unter ihnen insbesondere die auf dem Boden brütenden Arten, haben natürlich auch etwas davon.



