Das Beton-Biotop wurde vor dem Austrocknen bewahrt, um wasserbewohnende tierische Bewohner vor dem Trockentod zu retten.
In diesem Dürresommer 2026, in welchem der Rhein von einem historischen Wasserniedrigstand heimgesucht wird, ist auch der Wasserstand der ehemaligen Panzerwaschanlage bis Anfang August auf wenige Zentimeter gesunken. Zuletzt waren es nur noch Pfützen, in denen sich die tierischen Bewohner aufhalten konnten. Die tierischen Bewohner: das sind die zahlreichen und kaum übersehbaren Teichfrösche, Molche und Libellen. Für die erwachsenen Tiere bedeutet ein Austrocknen der Wasserfläche noch nicht das Ende, aber sie brauchen zumindest Feuchtigkeit, um nicht den Trockentod zu sterben. Und auch die Wandlung von einem Stillgewässer in ein Pfützenmosaik bedeute für diese Arten (Teichfrosch, Teichmolch) Stress, denn sie können nicht wie gewohnt vor ihren zahlreichen Fressfeinden (Reiher, Fuchs, Drosseln, Ringelnatter, …) im tiefen Wasser abtauchen. Anders sieht es für deren Larven aus: als Kiemenatmer sind sie auf ein Minimum an Wasserfläche angewiesen. Das Austrocknen der letzten Wasserflächen bedeutet für sie den sicheren Tod. Das gleiche gilt für Libellenlarven. Nun ist der Trockentod ökologisch gesehen noch keine Katastrophe, es gibt auch Arten, für die dieser ein fester Bestandteil ihrer Laichstrategie ist, die Kreuzkröte z.B. würde nie auf die Idee kommen, in der Panzerwaschanlage zu laichen: zu viele Fressfeinde für ihre Kaulquappen (Molche, Gelbrandkäfer, Libellenlarven,…), sie ist auf Temporärgewässer spezialisiert, flache Pfützen, nach einem Sommergewitter entstanden, die nach wenigen Wochen wieder austrocknen. Bis dahin müssen sich die Quappen entwickelt haben, falls nicht, vertrocknen sie halt. Dann wird auf das nächste Gewitter gewartet. Teichfrösche sehen das anders, sie halten sich auch außerhalb der Laichzeit im Gewässer auf und hätten gerne permanent einen ausreichenden Wasserstand, ihre Quappen überwintern teils auch im Bodengrund des Gewässers. Darum haben sie sich die Panzerwaschanlage als Lebensraum ausgesucht. Für sie wäre der Ausfall einer Nachwuchs-Generation noch verkraftbar, aber der Verlust eines Großteils des Erwachsenen-Bestandes durch Dürrestress wäre ein herber Einschnitt für die Population.Wasser Marsch 4000 Liter: Freiwillige Feuerwehr Altenrath, Mittwochabend, 05.08.2026
© Justus Siebert





