Maßnahmen stärken Schutzgebiet im Kölner Osten und schützen Lebensräume vor Klimafolgen...
Ein neues Projekt zum Schutz eines wertvollen Biotops im Kölner Osten hat begonnen: Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) startet ab sofort Wiedervernässungsmaßnahmen im Bereich des Thielenbruchs. Die Arbeiten sind Teil des Projekts „Renaturierung von Moorlebensräumen auf der Bergischen Heideterrasse“ und sollen dazu beitragen, wertvolle Feuchtlebensräume langfristig zu erhalten und widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.
Holger Sticht, Landesvorsitzender des BUND NRW: „Der natürliche Klimaschutz ist eine der zentralen gesellschaftlichen Aufgaben unserer Zeit, die Wiedervernässung künstlich entwässerter Landschaften dabei der entscheidende Baustein. Auch weil wir gleichzeitig gefährdete Lebensräume wiederherstellen und die Anwohner vor Hochwasser schützen. Mehr 'win-win' geht kaum."
Das Projektgebiet mit Auwaldcharakter liegt an der Grenze zu Bergisch Gladbach im Landschaftsschutzgebiet Dellbrücker Wald. Seit dem 19. Jahrhundert wird die Fläche durch künstlich angelegte Entwässerungsgräben trockengelegt. Dadurch gingen typische Eigenschaften des ursprünglich deutlich nasseren Lebensraums zunehmend verloren. Doch gerade in Zeiten des Klimawandels und zunehmender sommerlicher Dürreperioden ist es notwendig, Feuchtgebiete durch Wiedervernässung zu renaturieren. Davon profitieren auch die auf Feuchtgebiete angewiesenen Pflanzen und Tiere.Mit den nun geplanten Maßnahmen soll die Entwässerung deshalb schrittweise rückgängig gemacht werden. Dafür verschließt das Projektteam des BUND NRW ausgewählte Gräben mit Spundwänden aus Holz und Erde. Die Arbeiten erfolgen minimalinvasiv und vollständig händisch – ohne den Einsatz schwerer Maschinen. Die Maßnahmen zur Wiedervernässung werden mit Freiwilligen aus der Bevölkerung durchgeführt. Interessierte können sich über die Projektwebseite für Arbeitseinsätze anmelden.
Martin Grund, Projektkoordinator des BUND NRW: „Alle unsere Feuchtgebiete sind wichtig. Besonders für seltene Pflanzen und Tiere. Aber auch wir Menschen profitieren sehr von den klimatischen Effekten und den positiven Auswirkungen auf den Landschaftswasserhaushalt.“
Die Maßnahmen erfolgen in Zusammenarbeit mit der Forstverwaltung und der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) der Stadt Köln. „Wir sind sehr froh, dass der BUND im Bereich der Bergischen Heideterrasse auf Kölner Stadtgebiet die naturschutzfachlich nachteiligen Entwässerungsgräben, die in weiten Teilen im rechtsrheinischen Wald Anfang der 1900er-Jahre angelegt wurden, wieder verschließt. Damit leistet das Projekt einen großen Beitrag ehemalige naturnahe Bruchwaldbereiche zu stärken, Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten zu verbessern und kleine ehemals anmoorige Standorte wieder zu vernässen", teilt die UNB Köln mit. „Auch mit Blick auf extremere Wetterereignisse sind die Maßnahmen zur Regenrückhaltung sowie zur Verbesserung klimaaktiver Flächen wertvoll. Kohlenstoff, der durch die Entwässerung zu entweichen droht, wird weiterhin gebunden. Dieser Bereich im Thielenbruch soll zukünftig als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden. Die Verschließung der Entwässerungsgräben ist ein wichtiger Baustein für die Erreichung der geplanten Schutzziele.“Das Projekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Zusätzliche Mittel werden vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen bereitgestellt.
Mehr Infos: bund-nrw.de/moore-renaturieren




